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27 Feb
Statt 60%-iger Beteiligung tschechischer Firmen am Ausbau von Dukovany nur noch 30%?

Der Vertragsabschluss mit der koreanischen KHNP für den Ausbau des Atomkraftwerks Dukovany geht in die Zielgerade. Noch sind, außer laufende Prozesse die Ausschreibung betreffend, auch noch andere Vetragspunkte offen. Beispielsweise die von den Koreanern zugesagte 60-prozentige Beteiligung von tschechischen Unternehmen. Die tschechische Regierung verlangt vorab eine Garantie, allerdings nur in der Höhe von 30 Prozent.

Atomkraftwerk Dukovany

Bild: ČEZ

Das Kabinett von Premier Petr Fiala (ODS) wird das koreanische Unternehmen KHNP, das in Dukovany zwei Atomreaktoren bauen soll, auffordern, vor der Unterzeichnung des endgültigen Vertrags für das Projekt eine mindestens 30-prozentige Beteiligung tschechischer Unternehmen am Bau zu garantieren, sagte Industrie- und Handelsminister Lukáš Vlček (STAN). Sollte dies nicht geschehen, könne er sich vorstellen, den Unterzeichnungstermin zu verschieben. Insgesamt gelte die Forderung, dass sich die tschechische Industrie zu 60 Prozent an dem Projekt beteiligen müsse. Warum die Garantie plötzlich nur 30 Prozent sein soll, deutet darauf hin, dass die "Noch-Regierung" selbst nicht mehr daran glaubt, dass die 60 Prozent überhaupt durchsetzbar sind.

"Wir wollen, dass die KHNP klar Stellung nimmt, wie die Verpflichtung zu einer insgesamt 60%-igen Beteiligung der tschechischen Industrie erreicht werden soll. Wir haben auch die Forderung nach einer Garantie für etwa dreißig Prozent dieser Beteiligung vor der Vertragsunterzeichnung betont", erklärte Vlček die schwer verständliche Vorgehensweise.

Die Regierung hat in der Vergangenheit angekündigt, dass die Auftragssicherung tschechischer Unternehmen einer der wichtigsten Bestandteile der Ausschreibung ist. Nach Angaben des Kabinetts hatte die KHNP, die bei der letztjährigen Ausschreibung als bevorzugter Bieter ausgewählt wurde, in ihrem Angebot eine Beteiligung der tschechischen Industrie in Höhe von sechzig Prozent zugesagt. Diese Verpflichtung war jedoch nicht Teil der Ausschreibungsbedingungen, da es laut Vlček gegen die EU-Vorschriften verstößt. Die Verpflichtung wird auch nicht Teil des Bauvertrags selbst sein. KHNP verhandelt derzeit mit ČEZ, dem mit der Ausschreibung beauftragten Unternehmen, darüber. Der Vertrag soll bis Ende März unterzeichnet werden. 

Man kann nur hoffen das die Manager der ČEZ mehr Fachkompetenz an den Tag legen als die Regierung, sonst könnte ein Großteil der tschechische Industrie bei diesem Projekt leer ausgehen.


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